Erneuter Einsatz auf dem Theaterdach - Einsatz muss abgebrochen werden 21.12.2010
Am frühen Morgen des 20.12.2010 wurde das Technische Hilfswerk (THW) erneut von der Stadt Solingen/Hallenmanagement angefordert. Nach den starken Schneefällen der letzten Tage sollte die Dachauslastung des Theater und Konzerthaus der Stadt Solingen an der Konrad-Adenauer-Straße ermittelt werden.

Hierzu wurde der Schneelastmesstrupp des Ortsverbandes Ratingen alarmiert, sowie der Trupp aus Witten mit einem Statiker. Wie bereits am Nikolaustag, wurden mehrere Schneeproben vom gesamten Dach genommen um die Schneehöhe und das Gewicht zu bestimmen. Mit diesen Werten und der Zuhilfenahme einer speziellen Berechnungssoftware ist es den THW-Baufachberatern möglich, die Dachauslastung zu bestimmen. Dabei stellte sich heraus, dass an einigen Stellen bis zu 47 cm Schnee liegen – zu viel für die Dachkonstruktion.
Auf Anraten der Baufachberater muss das Dach geräumt werden, da für die Sicherheit des Gebäudes keine Garantie übernommen werden kann.

Nach Rücksprache mit der Feuerwehr Solingen, wurde ein Amtshilfeersuchen an das THW gerichtet und somit die Räumungsarbeiten in Gang gesetzt. Durch die Baufachberater wurde ein entsprechender Räumplan für das Dach erstellt. Dieser Plan ist wichtig, um die Sicherheit der eingesetzten Helfer zu gewähren und um das Dach nicht unnötig zu belasten.

Damit das Gebäude schnell wieder frei gegeben werden kann, waren rund 120 Helfer aus Solingen und den umliegenden Ortsverbänden alarmiert. Da unter anderem noch die Schneemassen von der ersten Räumung auf dem Parkplatz lagen, wurde diesmal auch eine Fachgruppe Räumen mit alarmiert, die mit einem Radlader den Schnee beseitigen sollte

Die Räumarbeiten wurden von Baufachberaterin Tanja Rabe (THW Ratingen) begleitet und überwacht. Nach Einweisung der alarmierten Helfer, konnten die Arbeiten zügig begonnen werden und schnell waren die ersten Flächen vom Schnee befreit.

Jedoch bereitete das Dach über der Hauptbühne Einsatzleiter Paul Friedemann Pohlig Sorgen. Risse in den Dachplatten machten ein Begehen unmöglich. Auf Grund der Höhe bestand auch keine Möglichkeit, das Dach mit einer Drehleiter der Feuerwehr oder einer Hubbühne für eine Räumung zu erreichen. Somit war eine Räumung nicht möglich.
Durch ständige Kontrollen der Dachkonstruktion musste der Einsatz dann sogar komplett abgebrochen werden. An einer weiteren Stellen im Dach konnte nicht genau gesagt werden, ob sich neue Risse gebildet hatten durch die Räumarbeiten, bzw. alte Risse sich vergrößert hatten. Somit war ein sicheres Arbeiten nicht möglich. Nun müssen die entstanden Schäden erst einmal begutachtet werden. Danach muss entschieden werden, wie es weitergeht.

Ein Dank gilt allen eingesetzten Kräften, für die reibungslose und gute Zusammenarbeit.


Text: Matthias Großmann (Zugführer Technischer Zug THW Solingen)

Externe Links:
Solinger Tageblatt
Solinger Morgenpost