Grünkohlessen des THW Solingen: Feuerwehrchef erhält THW-Ehrenmedaille 30.01.2009
Beim Neujahrsempfang des Solinger THW-Ortsverbandes am 30. Januar 2009 erhielt Frank-Michael Fischer, Leitender Branddirektor und Chef der Solinger Feuerwehren, die Ehrenmedaille der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk.

Überreicht wurde die Medaille von Hans-Joachim Derra, dem Beauftragten für das Ehrenamt in der Leitung der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Mit dieser im Geschäftsführungsbereich Düsseldorf erstmals verliehenen Auszeichnung bedankt sich das Technische Hilfswerk für die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren der Stadt Solingen und dem THW-Ortsverband; sie hat sich bei Einsätzen und in der gegenseitigen Ausbildung immer wieder bewiesen.

Den Reigen der Ehrungen eröffnet hatte Klaus Peters, der Geschäftsführer der THW-Geschäftsstelle Düsseldorf: Kai Blaschke, Stefan Börter, Tobias Maschke und Stefan Schyroki erhielten das THW-Helferabzeichen in Gold. Sie hatten ein außergewöhnliches Engagement gezeigt und etwa im vergangenen Jahr zum Teil mehr als 600 Dienststunden geleistet — eigentlich müssen die Helferinnen und Helfer nur 120 Pflichtstunden absolvieren. Überrascht war der Ortsbeauftragte Christian Balke, als ihn Klaus Peters auf die Bühne bat, um ihn mit dem THW-Helferabzeichen in Gold mit Kranz zu ehren. Christian Balke war es gelungen, binnen kurzer Zeit die Einsatzkraft des Ortsverbandes wesentlich zu erhöhen und das THW Solingen zu einem gefragten und zuverlässigen Partner anderer Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zu machen.

Schon lange zuvor hatte er als Leiter des Solinger THW-Ortsverbandes das diesjährige Grünkohlessen, den mittlerweile 26. Neujahrsempfang, eröffnet und die über 270 Gäste begrüßt. Er ließ das vergangene Jahr Revue passieren, das für die Solinger Helfer durch zwei große Einsätze geprägt war: der Brand einer Chemieanlage in Köln-Worringen und die Überschwemmungen in Ratingen als Folge von Starkregenfällen forderten nicht nur die hauptverantwortliche Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen, sondern auch die zu ihrer Unterstützung eingesetzten Helferinnen und Helfer anderer Fachgruppen. Balke bedankte sich ausdrücklich bei Arbeitgebern und Familien der Einsatzkräfte: Voraussetzung für die ehrenamtliche Tätigkeit sei das Verständnis seitens der Familien und die wohlwollende Freistellung der Helferinnen und Helfer durch ihre Arbeitgeber.

Curt Meis, stellvertretender Vorsitzender der THW-Helfervereinigung Solingen, bat in seinem Grußwort die Gäste um Spenden für den Förderverein des Ortsverbandes. Dazu nutzte er eine originelle Sammelbüchse: die „Tilly“, eine Petroleum-Hochdrucklampe aus den Anfängen des THW.

Bundestagsabgeordneter Jürgen Kucharczyk machte leise Hoffnungen, im Rahmen des Konjunkturprogramms II der Bundesregierung könnten auch Mittel für die Ausstattung des Technischen Hilfswerks zur Verfügung gestellt werden. Er zeigte sich an diesem Abend besonders beeindruckt vom Engagement der jugendlichen THW-Angehörigen, die als Kellnerinnen und Kellner für die Bewirtung der Gäste mit Speisen und Getränken verantwortlich waren.

Die gleiche Wirkung hatten die Jugendlichen auf Oberbürgermeister Franz Haug, der die vergangenen Jahre wegen seines Geburtstags am 25.Januar am Neujahrsempfang des THW nicht teilnehmen konnte. Er lobte die ausgezeichnete Jugendarbeit des THW Solingen und stellte die Bedeutung des Ehrenamtes für die Kommunen heraus.

Hans-Joachim Derra, Beauftragter für das Ehrenamt, vertrat an diesem Abend die oberste Hierarchiestufe der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, die THW-Leitung in Bonn. In seinem Grußwort hob er die besondere Aktivität der Solinger Helferinnen und Helfer hervor. (Herr Derra erfreut sich insbesondere bei dem Team der THW-Küche großer Beliebtheit, kürte er doch ihren Grünkohl schon im vergangenen Jahr zum „besten Grünkohl des Universums“.)

Rainer Oehrling aus der Geschäftsleitung der Fa. Oehrling GmbH begründete als langjähriger Sponsor des THW seine Entscheidung, das THW finanziell und technisch — im Bereich der Küchentechnik — zu unterstützen.

Bevor es soweit kam, daß die Gäste vor lauter Ehrungen und Reden verhungerten, gaben die beiden THW-Köche Stefan Schyroki und Tobias Hermes den Grünkohl zum Verzehr frei. Sie hatten 600 Portionen für die ca. 270 Gäste gekocht — es kann nicht allein der Hunger gewesen sein, dem der Umstand zu verdanken war, daß fast alle Portionen auch ausgeteilt wurden. Unterstützt hatte sie dabei das Solinger Feinkostunternehmen „Hitzegrad“ — es hatte die Zutaten gespendet. Für die überaus effiziente und reibungslose Verteilung von Speisen und Getränken war die THW-Jugend des Ortsverbandes verantwortlich — ihr Bienenfleiß hinterließ einen tiefen Eindruck bei allen Gästen.

Der schmackhafte Grünkohl und die lockere Atmosphäre sorgten, wie schon in den vergangenen Jahren, dafür, daß sich die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, von Polizei und Sanitätsdiensten rege unterhielten. Damit erreichte der Abend sein wesentliches Ziel: Informationen austauschen, Kontakte knüpfen und pflegen in informellem Rahmen. Dieses Konzept und die Zusammenstellung der Gästeliste führen mittlerweile dazu, daß das Solinger Grünkohlessen nicht nur die lokale Prominenz anlockt, sondern auch überregionale Bedeutung genießt. Zahlreiche Gäste kamen aus dem Umland und hatten oft auch schon einmal mit dem Solinger THW zusammen gearbeitet.

Musikalisch begleitet wurde der Empfang durch die Solinger (Deutsch)Rock-Band „Kristallklar“ um ihren Sänger Peter Möller, selbst ein ehemaliger THW-Helfer. Zusammen mit seiner Organistin Anja Bartsch, dem Gitarristen Andreas „Jenno“ Jentsch, dem Schlagzeuger Andreas „Andi“ Haag und dem Bassisten Frank Klesper heizten sie den Gästen so ein, daß die Halle „kochte“. Jörg Skupsch sorgte dabei für die Tontechnik. — Richtig heiß wurde es auch Sebastian „Basti“ Friebel, einem aktiven THW-Helfer. Von seiner Veranstaltungstechnik hing in diesem Jahr nicht nur das Gelingen des Abends, sondern auch seine berufliche Zukunft ab: Für ihn war die Technik des Neujahrsempfangs zugleich die Abschlußprüfung im Rahmen seiner Ausbildung zum Veranstaltungstechniker.

Obwohl es beim diesjährigen Empfang an außergewöhnlichen Höhepunkten wie etwa der Übergabe eines neuen Fahrzeugs fehlte, kamen die Gäste wie auch der veranstaltende Solinger THW-Ortsverband zum gleichen Resumeé: „Auf Wiederseh’n in Zwanzigzehn!“

Bild und Text: Helmut Wenzel (Öffentlichkeitsarbeit / THW Solingen)