Sechs weitere Atemschutzgeräteträger im THW-Ortsverband Solingen 08.06.2008
Sechs Helfer des Ortsverbandes Solingen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk erhielten vom 30. Mai bis zum 8. Juni 2008 eine Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger (AGT). Brandoberinspektor Dietmar Schuchert und Oberbrandmeister Markus Schuchert, Angehörige der Löschgruppe 7 der Feuerwehr Solingen, schulten Florian Becker, Ingo Eispert, Christian Hartmann, Jens Müller und Patrick Schwickerath (1. Bergungsgruppe) sowie Tobias Maschke (2. Bergungsgruppe). Der OV Solingen verfügt damit aktuell über 11 Atemschutzgeräteträger in den beiden Bergungsgruppen (B1 und B2) sowie der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (FGr W/P).

Die theoretische und praktische Ausbildung der Atemschutzgeräteträger (AGT) dauert insgesamt 39 Stunden. An den ersten beiden Unterrichtstagen vermittelten Dietmar und Markus Schuchert in der THW-Unterkunft die theoretischen Grundlagen und prüften die erlangten Kenntnisse mit einer schriftlichen Leistungskontrolle. Im Anschluß daran unterwiesen und trainierten sie die THW-Helfer in der Handhabung der Atemschutzgeräte: Für jeden AGT’ler ist es lebensnotwendig, daß er sein Atemschutzgerät inklusive Atemluftflasche „im Schlaf“ bedienen kann. Die Gewöhnung ans schwere Gerät erfolgte — zur Belustigung und zum Erschrecken einiger Passanten — bei einem ersten „Spaziergang“ in der Umgebung der Unterkunft an der Lüneschloßstraße.

In der Feuer- und Rettungswache 3 (FuRW III) in Solingen-Wald musste jeder Lehrgangsteilnehmer am dritten Ausbildungstag nicht nur zweimal eine Atemschutz-Trainingsstrecke bewältigen. Vor und nach der Anstrengung in den Kriechgängen hatte er weitere körperliche Belastungen zu bestehen: In voller Ausrüstung übten die THW-Kräfte jeweils fünf Minuten lang an Geräten wie Laufband, Ergometer oder Leitersimulator; so wurden die physischen Anforderungen nachgebildet, die allein schon der Weg zur und von der Einsatzstelle mit sich bringt. Die Besichtigung der Atemschutzwerkstatt und eine weitere Übung — das Aufstellen und Begehen einer Steckleiter bei angelegtem Atemschutzgerät — schlossen den Tag ab.

Zurück auf dem Gelände des THW Solingen in der Lüneschloßstraße führten die THW-Helfer unter Atemschutz einsatzrealistische Tätigkeiten aus, die eine größere körperliche Anstrengung bedingten. So hoben sie den ca. 120 kg schweren 8 kVA-Stromerzeuger aus dem Gerätekraftwagen I (GKW I), nahmen ihn in Betrieb und legten eine Stromleitung zu einer fiktiven Einsatzstelle. In voller Ausrüstung übten sie dort an einem Granitblock den Umgang mit dem gewichtigen Bohr- und Aufbrechhammer. Zum Abschluß hatten die Kursteilnehmer noch eine verunglückte Person aus einem Tunnel zu retten; als „Opfer“ legte sich THW-Koch Stefan Schyroki dazu in eine Fahrzeuggrube.

Atemschutzgeräteträger werden immer dann eingesetzt, wenn gesundheitsgefährdende Stoffe ein Arbeiten mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten erforderlich machen. Beim Technischen Hilfswerk sind derartige Situationen beispielsweise in Gruben mit Faulgasen oder in Gebäuden nach Bränden und Explosionen anzutreffen. Auch eine Dekontaminierungsanlage, eingesetzt etwa bei biologischen Gefahren durch den Vogelgrippe-Erreger H5N1, ist nur mit Atemschutzgeräten zu betreiben.

Der Ortsverband Solingen dankt an dieser Stelle der Feuerwehr Solingen für die sehr gute Zusammenarbeit und die exzellente Ausbildung. Ein ganz besonders herzlicher, kameradschaftlicher Dank gebührt an dieser Stelle Dietmar und Markus Schuchert: Sie begeisterten mit ihrer Kompetenz und der interessanten Gestaltung des AGT-Kurses alle Beteiligten in außergewöhnlichem Maße.


Text:  Chris Link (Ausbildungsbeauftragter) und Chris Hartmann (Kraftfahrer und AGT, 1. BrG)
Fotos: Helmut Wenzel (Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit; Bilder 1 -10)
       und Chris Link (Ausbildungsbeauftragter; Bilder 11 - 26)