Wenn’s bei Vorwerk ordentlich rumst, ... 29.10.2005
... sind die engagierten Helfer des THW OV-Solingen nicht weit.

Am Samstag den 29.10.2005 sollten auf dem Vorwerkgelände in Wuppertal ein alter Schornstein und ein Silogebäude gesprengt werden.

Ca. 40 m hoch ragte der rote Backstein in den Himmel … bis gerade mal vier Kilo Sprengstoff gezündet wurden. Das sogenannte „Maul“ brach heraus, einer Bahnschranke gleich fiel der Schornstein langsam zur Seite und brach schließlich auf dem schuttbedeckten Boden landend mit lautem Getöse auseinander.

Zwei Stunden später fast das gleiche Spiel: Das etwa 25 m hohe Gebäude mit den Betonsilos war schon von diversen Baggern „angefressen“ worden und stand nun hinten noch auf einer einzigen Wand und vorn auf drei Säulen aus jeweils etwa 2 Kubikmeter Beton. In diesen waren fünf Kilogramm Sprengstoff verteilt, mit Lehm in den Löchern fixiert – damit die Stangen nach der Zündung nicht rückwärts aus den Öffnungen schießen.

Endlich war es soweit: Erst die durchdringende Warntröte, ein lauter Rums, Erschütterungen und Vibrationen … und dann neigte sich das Gebäude Richtung Hornbach, um dann doch fast an seinem Standplatz in sich zusammen zu fallen. Eine große Staubwolke war alles, was zwanzig Sekunden nach der Zündung noch über den Schuttbergen zu sehen war.

Die acht Helfer des Technischen Hilfswerks aus Solingen unter Gruppenführer Stephan Wetter nutzten diese Aktion dazu, sich in der Realität und ganz ohne Opfer ein Bild von Trümmerkegeln und teileingestürzten Gebäuden zu machen. Eine wichtige und interessante Erfahrung vor allem für die anwesenden Berger, zu deren Aufgaben es gehört, im Falle eines reellen Falles nun tätig zu werden, Abstützmaßnahmen zu ergreifen, sowie Opfer zu suchen und natürlich auch zu bergen.

Zu diesem Zweck erhielten die Helfer von einem kompetenten Mitarbeiter der Sprengfirma eine kurze Einführung in die Vorgänge beim Sprengen. Im Anschluß daran konnten ihm die THW’ler über die Schulter gucken, als er die letzten Vorbereitungen traf und die Löcher im Silogebäude mit simplen Lehmkügelchen stopfte.

Schließlich aber wurde es Zeit, das Gebiet zu verlassen und dafür zu sorgen, dass Fahrzeuge und Passanten den Sicherheitsabstand einhielten. Um erstere kümmerte sich die Polizei aus der einen Richtung, auf der anderen Seite platzierte das THW nach Aufforderung der örtlichen Polizei den großen Gerätekraftwagen (12 t) mit eingeschaltetem Blaulicht. Die Fußgänger wurden von den anderen THW-Helfern, einigen Polizisten und Mitarbeitern der Sprengfirma aus der Gefahrenzone geleitet.

Wegen der unterschiedlichen Fallrichtung der beiden Bauwerke war diese beim zweiten Sprengvorgang ausgedehnter und damit wurden auch die Sicherungsmaßnahmen aufwendiger. Das Silogebäude sollte halbwegs Richtung Straße fallen, so dass ein größerer Abstand eingehalten werden musste. Andererseits waren gegen Mittag aber mehr Zuschauer anwesend als am Vormittag. Dennoch gab es keine Probleme und ein paar Minuten später war von Absperrmaßnahmen nichts mehr zu sehen. Riesige Bagger räumten das Trümmerfeld auf, während der Verkehr schon wieder reibungslos lief.


Kerstin Benstein, Christian Hartmann
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